In den Industrieländern haben sich mehrere Märkte als dominierende Akteure im internationalen E-Commerce etabliert: die USA, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Japan und Frankreich, um nur ein paar zu nennen. Aber in anderen Handelszentren existiert ein riesiges Potenzial, in dem sich seit kurzem bedeutende globale Märkte abzeichnen. Für einige steckt die Realisierung dieses Potenzials noch in den Kinderschuhen, während andere schnell im E-Commerce florierten.

Für E-Businesses ist es wichtig, den Aufstieg dieser Märkte zu beobachten und zu erkennen, wie sie in die aktuelle globale Strategie eines Unternehmens passen könnten. Wir werfen nun einen Blick auf die zwei der wichtigsten E-Commerce-Märkte, die sich seit kurzem auftun, einige davon, die in der nahen Zukunft voraussichtlich bald schon an Bedeutung gewinnen werden, und wie E-Commerce sich dies vorteilhaft zunutze machen kann.

Indien zeigt langsamen Fortschritt, aber ist immer noch interessant
Wenn Bevölkerung und Internet-Zugang allein Anzeichen für einen robusten E-Markt wären, würde Indien ohne Zweifel zu den vielversprechendsten aufstrebenden Märkten zählen. Aber obwohl Indien die zweitgrößte Bevölkerung der Erde hat und in der Zahl der Internet-Nutzer an dritter Stelle steht (über 243 Millionen im Jahr 2014), belegt Indien keinen Platz auf dem A.T. Kearney 2015 Global Retail E-Commerce Index. Nur 39 Millionen Online-Käufer leben in Indien – ein Bruchteil der Inder mit Internet-Zugang und ein noch kleinerer Bruchteil der Gesamtbevölkerung.

Nichtsdestoweniger verzeichnete der indische E-Tail-Markt 2014 ein Wachstum von 27 Prozent und erreichte $3,8 Milliarden USD. Amazon steckte im Juli 2014 $2 Milliarden in die Infrastrukturentwicklung, und das E-Commerce-Geschäft der indischen Flipkart-Website erreichte 2014 ein Kapital von $1 Milliarde. Diese Zahlen könnten Vorboten dafür sein, dass die sich Indiens Stunde in der E-Tail-Sphäre rasant nähert.

Vielversprechendes Brasilien
Latein- und Südamerika insgesamt sind nichts wert, aber Brasilien ist vielleicht der interessanteste aufstrebende E-Commerce-Kandidat der ganzen Gruppe. Laut Schätzungen von E-Marketeers über Retail-Verkäufe, online wie auch sonstige, werden die E-Tail-Verkäufe von Brasilien bis 2018 zu den ersten 10 weltweit gehören. Der Studie zufolge werden in den fünf Jahren bis 2018 die Online-Verkäufe einen Anstieg um 1,4 Prozent gegenüber dem gesamten Retail in Brasilien verzeichnen.

Heute schon ist Brasiliens Wachstum trotz unsicherer politischer Zeiten intakt. Laut Daten des auf digitalen Handel spezialisierten Marktforschungsinstituts E-bit wird das E-Commerce-Geschäft der südamerikanischen Nation einen neuen Höhepunkt bei 41,3 Milliarden Real oder $10,3 Milliarden USD erreichen, gut für ein Jahreswachstum von 15,3 Prozent.

Lateinamerika könnte nachrücken
Zusammen mit Brasilien haben auch Mexiko, Chile, Venezuela und Argentinien ihren Einzug in den A.T. Kearney 2015 Index gehalten, was darauf schließen lässt, dass Latein- und Südamerika ein Potenzial als E-Commerce-Märkte haben. Besonders Mexiko zeigte sich stark und kletterte auf Platz 17, nachdem es 2014 aus dem Index fiel, und führte andere Nationen in der Region. Aber die wirtschaftliche Instabilität in Argentinien bescherte dem Land einen Fall von 17 Plätzen. Wie bei anderen aufstrebenden Märkten gibt die Infrastruktur den größten Anlass zu Besorgnis. Aber mit der richtigen Investition und Partnerschaften im Ausland könnte Lateinamerika seine Nähe zu den USA und Kanada nutzen, um das E-Tail-Geschäft anzukurbeln.

Möglicherweise haben Organisationen viel zu gewinnen, wenn sie ihren E-Commerce in einen dieser aufstrebenden Märkte expandieren – vorausgesetzt die Herangehensweise stimmt. Mit anderen Worten, E-Tail-Unternehmen müssen sich in die existierenden Geschäftskanälen dieser aufstrebenden Märkte eingliedern und dürfen sich nicht als Außenseiter positionieren. Dies bedeutet, man muss eine Software-Plattform in Schwung bringen, die in der Lage ist, Logistikprobleme aufzufangen, Wechselkurse zu decken, den Kunden vertraute Zahlungsmöglichkeiten zu bieten und versteckte Steuern oder Gebühren, die ein grenzüberschreitender Versand mit sich bringen könnte, vorauszuberechnen. Außerdem können Carrier-neutrale Logistikplattforme den E-Tailern helfen, ihre Produkte unter Umgehung von Verzögerungen, verbunden mit einem bestimmten Unternehmen oder Verfahren, zu weit entfernten Kunden zu befördern.

 

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