Erfolgreich wirtschaften zwingt E-Commerce-Unternehmen heute, ihre Logistikabläufe anzupassen. D. h. neue Optimierungsinstrumente anzuwenden, die sich bereits in der Lagerverwaltung bewährt haben. Diese Änderung wurde u. a. von dem wachsenden Druck auf die Logistikabläufe herbeigeführt, welche eine besondere Rolle im E-Commerce spielen.  Direktversand an den Endkunden und wachsende Serviceansprüche haben Unternehmen, die ursprünglich direkt an die Geschäfte lieferten, davon überzeugt, ihre Logistikkette zu überdenken und sie auf das B2C-Modell abzustimmen. Manche ziehen die Auslagerung ihrer Logistikabläufe vor, andere entwickeln Prozesse, um diese im Betrieb zu integrieren.

Umsetzung von Lean Management
Mitarbeiter bleiben ein wesentlicher Bestandteil der Logistik und tragen zur Entwicklung der Abläufe bei. In diesem Zusammenhang erfordert das Lean Management, der erste Schritt zur Industrialisierung, die Organisation des Personals. Insbesondere optimiert eine schlanke Managementstruktur Abläufe über die „Wertstromanalyse“, welche die Wertströme (Materialien und Informationen) der Wertschöpfungskette aufzeichnet, sodass Abläufe ohne Mehrwert und Verschwendungsquellen  („Muda“) identifiziert werden können. Lean Management kann zudem Fehlervermeidungssysteme („Poka-Yoke“) einführen, die den Pick-to-light-Anlagen in Vorratslagern entsprechen. Mit diesem System holt der Kommissionierer die Anzahl Artikel dort aus dem Lager, wo der Bildschirm aufleuchtet und die Anzahl anzeigt. Mit der 5S-Methode bezeichnet man (in Japan) diese fünf Aktionen:Sortieren, Ordnen, Säubern, Standardisieren und Unterstützen. Die Methode bezweckt eine permanente Verbesserung der ausgeführten Aufgaben.

Automatisierung ist die Zukunft
Im Gegensatz zu früher, als die Logistik sich um die Arbeitskräfte dreht, strebt sie heute mechanisierte und automatisierte Abläufe an und inspiriert sich gerne an dem in Produktionswerken gängigen industriellen Modell.  Deshalb sieht man in den Vorratslagern jetzt Förderbänder, auf den Pakete vorbeisausen, Sortiergeräte, die die Pakete zu ihrer Bestimmung schleusen, automatisierte Lagersysteme mit Elektroschlitten, wie die von dem deutschen Hersteller Still entwickelte PalletShuttle-Lösung, oder sogar AGV (automatisch gesteuerte Fahrzeuge), die ohne Chauffeur unterwegs sind. Obwohl die Konkurrenz nicht schläft, tun sich die deutschen Maschinenbaubetriebe, sowohl was die Anzahl als auch den Wert der gebauten Automatisierungsanlagen betrifft, europaweit als Pioniere hervor.  Was sind die Zielsetzungen? Die Reduzierung der benutzen Fläche, die Steigerung der Produktivität, die Bewältigung starken Wachstums, aber auch die Senkung der Fehlerquote während des Bestellungsablaufs und, infolgedessen, die Steigerung der Servicequalität.

Die Einführung automatisierter Prozesse kann andererseits die Arbeitsbedingungen der Betriebsmitarbeiter verbessern. Die Anwendung des Ware-zur-Person-Prinzips senkt die Anzahl der Wege im Lager (die Ware kommt zum Kommissionierer) und Arbeitsplätze lassen sich ergonomischer gestalten. Bei der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten sollten menschliche Faktoren niemals außer Acht gelassen werden. Befürworter betonen, dass Automatisierungsprozesse schwierige manuelle Arbeitsgänge ersetzen und das Risiko auf Erkrankungen des Bewegungsapparates senken können.

Ist die Automatisierung jedoch kein systematischer Ansatz, ist Vorsicht geboten.   Automatisierungsprozesse sind erfolgreich, vorausgesetzt:
– der gesamte Betrieb ist in den Änderungsprozess involviert
– es besteht die Möglichkeit, die vorgelagerten Aktivitäten und Abläufe zu analysieren, um einen Plan auszuarbeiten
– es wird eine Software für den internen und externen Datenaustausch angewendet
– der Betrieb kann auf Leute (interne oder externe Ressourcen) zurückgreifen, die eine Übersicht des Projekts besitzen und in der Lage sind, Logistikabläufe für das Lager neu zu planen
– diese Leute und die Änderungspläne werden von den Mitarbeitern unterstützt.

Unter dem Strich wird die Automatisierung jedoch vom Produkttyp und vom Umsatz abhängen. Weniger sinnvoll erscheint sie, wenn das Kundenstromvolumen nicht ausreicht. Die Einführung von automatisierten Abläufen erfordert bedeutende Mittel. Unter einer bestimmten Umsatzschwelle lohnt sich diese Investition nicht.

 

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