Aufgrund der wachsenden Globalisierung des weltweiten Handels und der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft interessiert sich der Onlinekäufer immer häufiger für das Angebot jenseits seiner Landesgrenzen. 2012 belief sich der Umsatz des grenzüberschreitenden Onlinehandels weltweit auf 259 Milliarden Euro1. Den Erwartungen zufolge wird dieser Umsatz bis 2018 um 200 Prozent zugenommen haben2. Sehen wir uns beispielsweise Großbritannien an, das 2015 als einer der führenden Onlinemärkte gilt, dann erzielen bereits heute 43 Prozent der Händler zwischen 21 und 30 Prozent ihres Onlineumsatzes mit internationalen Bestellungen3.

Wichtigste Märkte

Im Online-Shopping zählen die USA, Großbritannien, Deutschland, Australien, Brasilien und China zu den sechs bedeutendsten Märkten. Amerikanische Konsumenten tätigen ihre Onlinekäufe am häufigsten in Großbritannien (49 Prozent), an zweiter Stelle folgt China (39 Prozent). Umgekehrt ist es so, dass die britischen Verbraucher eindeutig die amerikanischen Onlinehändler (70 Prozent) bevorzugen. In China kauft man am liebsten bei amerikanischen Onlinehändlern (84 Prozent), genauso wie in Australien (69 Prozent) und Brasilien (79 Prozent). Die deutschen Konsumenten, die grenzüberschreitend einkaufen, favorisieren die USA (48 Prozent) und Großbritannien (46 Prozent). Eine wichtige Rolle spielt aber auch die geografische Nähe. Deutsche kaufen daher auch gern in Österreich (33 Prozent) und in den Niederlanden (16 Prozent) ein, während Chinesen ihre Onlinekäufe vorzugsweise in Hongkong (58 Prozent) und Japan (52 Prozent)4 tätigen.

Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland, Skandinavien, Frankreich und die Niederlande sind beim Export von online erworbenen Waren5 weltweit führend. Die USA stehen bei Import und Export von Waren des grenzüberschreitenden Online-Einkaufs an erster Stelle. Allerdings stellt der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum eine Herausforderung für die USA dar. Für das Wirtschaftswachstum Chinas spielt der grenzüberschreitende Onlinehandel eine viel größere Rolle als der traditionelle Handel. Die chinesischen Behörden unterstützen den Online-Verkauf sogar aktiv. Dazu werden unter anderem eigene Steuervergünstigungsprogramme gestartet6. Der grenzüberschreitende Onlinehandel stieg dort von 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf über 14 Milliarden Euro im Jahr 2014 und kann dieses Jahr die Schallgrenze von 35 Milliarden Euro durchbrechen7.

Beseitigung von Hürden

Als eine der tiefsten Fallgruben für Onlinehändler, die grenzüberschreitend verkaufen, ist die Einheitslösung zu sehen. Möchte man als Onlinehändler Erfolg haben, muss man für jeden Markt die optimale Online-Strategie ausarbeiten und anbieten. Diese Strategie muss dabei mehr als nur die Übersetzung der Website beinhalten. Im Bereich Paketzustellung gilt die Lieferung vor Ort als Schlüssel zum Erfolg im grenzüberschreitenden B2C-Onlinehandel8.

Ein Hauptgrund dafür, dass mögliche grenzüberschreitende Käufer abspringen, ist die Angst vor Betrug. Aber auch die fehlende Transparenz bei Abgaben und Einfuhrzöllen bremsen den Online-Kauf über die Grenzen hinweg9.

Interessante Marktchancen

Die Strecke USA-UK ist heute eine der wichtigsten Onlinehandelswege. Allerdings sind die Handelswege USA-China, China-Brasilien oder UK-Australien auch sehr beliebt. Und auch beim schnell wachsenden B2C-Onlinehandel in Lateinamerika spielt die Grenzüberschreitung eine wichtige Rolle. In Ländern wie Kolumbien, Venezuela und Paraguay, in denen der eigene B2C-Onlinehandel noch unterentwickelt ist, verläuft die Mehrzahl der Onlinekäufe grenzüberschreitend10.

Partnerships steigern die Erfolgschancen

Es geht um ein sehr umfangreiches Marktpotenzial für den grenzüberschreitenden Onlinehandel. Allerdings muss man in diesen Märkten zu Hause sein, will man dort auch Fuß fassen. Eine Zusammenarbeit mit örtlichen Internetplattformen wie Tmall in China kann interessant sein, um als Onlinehändler schnell Zugang zu den neuen Märkten zu bekommen. Auf diese Weise können Händler bei ihren Kunden Vertrauen aufbauen. Aber auch die Kooperation mit einem Logistikdienstleister, der den Markt gut kennt, kann einen vielversprechenden Mehrwert darstellen und die Erfolgschancen bedeutend steigern11. Verbraucher, die eigentlich grenzüberschreitend einkaufen möchten, entscheiden sich häufig dagegen, weil sie nicht wissen, wie die Lieferung der bestellten Ware verläuft und weil sie bei eventuellen Retouren Probleme befürchten.

 

FUSSNOTEN

1 https://www.crossborder-ecommerce.com/international-expansion, cbec

2 Modern Spice Routes, The Cultural Impact and Economic Opportunity of Cross-Border Shopping, PayPal, 2013

3 https://econsultancy.com/blog/65580-what-s-happening-in-cross-border-ecommerce

4 Modern Spice Routes, The Cultural Impact and Economic Opportunity of Cross-Border Shopping, PayPal, 2013

5 Global Cross-border B2C E-commerce 2014, ystats, April 2014

6 https://www.reuters.com/article/2015/02/25/us-china-retail-internet-idUSKBN0LT2FK20150225

7 https://www.crossborder-ecommerce.com/international-expansion, cbec

8 Global Cross-border B2C E-commerce 2014, ystats, April 2014

9 Modern Spice Routes, The Cultural Impact and Economic Opportunity of Cross-Border Shopping, PayPal, 2013

10 Global Cross-border B2C E-commerce 2014, ystats, April 2014

11 Preparing your organization for cross-border e-commerce, Payvision

 

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